Was bedeutet Bestattungsvorsorge?

Zu Lebzeiten schon an die Bestattungsvorsorge denken und die Hinterbliebenen entlasten

Die Bestattungsvorsorge dient dazu, den eigenen Abschied selbstständig zu planen und dadurch die eigenen Angehörigen zu entlasten. Für die Hinterbliebenen ist es ein tröstlicher Gedanke zu wissen, dass sie sich nach den Wünschen des Verstorbenen richten können und dessen Beerdigung nach seinen Wünschen organisiert wird. Durch die Bestattungsvorsorgewird zudem für die anfallenden Kosten der Beerdigung Sorge getragen. Wer seine Angehörigen also nicht mit solch wichtigen Entscheidungen belasten möchte, kann frühzeitig schon entsprechend vorsorgen.

Die Bestattungsvorsorge bietet verschiedene Möglichkeiten

Jeder kann verschiedene Maßnahmen treffen, um seine Angehörigen nach dem eigenen Tod zu entlasten. Zum einen gibt es organisatorische Vorsorgemöglichkeiten. Dies bedeutet, dass Sie selbst schon frühzeitig festlegen, wie Sie sich die eigene Beerdigung vorstellen. Hierzu gehört beispielsweise die Auswahl des Bestatters oder des Gärtners für die Grabpflege. Hierzu kann eine Bestattungsverfügung aufgesetzt werden. In dieser lässt sich festlegen, ob man beispielsweise eine Erd-, Feuer- oder Seebestattung wünscht, welche Vorstellungen man zur Gestaltung des Grabsteins hat oder ob bestimmte Wünsche zum Ablauf der Trauerfeier bestehen. Bei einem Bestatter der eigenen Wahl kann zudem ein Vorsorgevertrag abgeschlossen werden. Im Rahmen der Bestattungsvorsorge lassen sich hier Details dazu festlegen, wie man sich die eigene Beerdigung vorstellt. Auch hier gilt: Über alles, was schon zu eigenen Lebzeiten geregelt wird, müssen sich die Angehörigen im Fall der Fälle keine Gedanken mehr machen. Im Vorsorgevertrag kann beispielsweise der gewünschte Sarg oder der bevorzugte Grabschmuck genannt werden. Auch die Musik für die Trauerfeier kann bereits ausgewählt werden. Durch solch einen Vorsorgevertrag wird auch für die finanzielle Absicherung der Bestattung gesorgt. Das Geld wird dazu auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Dieses sollte vor der Insolvenz des Bestatters abgesichert sein. Durch ein Treuhandkonto wird zudem gewährleistet, dass das Geld nach dem eigenen Ableben nur im Rahmen der Bestattungsvorsorge von den Hinterbliebenen genutzt werden kann.

Auch an die finanzielle Absicherung denken

Ein weiterer Aspekt der Bestattungsvorsorge ist die finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen. Eine Bestattung geht mit nicht unerheblichen Kosten einher, die im Zweifel von den Angehörigen zu stemmen wären. Sie können daher im Vorfeld schon eine Sterbegeldversicherung abschließen. Im Todesfall des Versicherten wird dann an die Begünstigten ein Sterbegeld ausgezahlt. Dieses Geld kann dann dazu genutzt werden, neben der Beerdigung auch für die Grabpflege aufzukommen. Sie können als Versicherter die Versicherungssumme frei wählen. Alternativ dazu gibt es auch die Bestattungsversicherung. Hier erfolgt keine Geldzahlung, stattdessen werden vertraglich vereinbarte Leistungen geleistet. Dies kann der Sarg oder die Urne sein, aber auch der Grabstein oder die Trauerfeiergestaltung. Weiterhin besteht die Möglichkeit, ein eigenes Sparbuch einzurichten, das speziell für die Beerdigungskosten eingerichtet ist. Die eigenen Erben sollten hierfür eine entsprechende Vollmacht erhalten. So können sie schon vor der Testamentseröffnung darauf zurückgreifen und das Geld dazu nutzen, die Bestattung auszurichten.

Sterbeversicherungen – Warum machen sie Sinn?

Vorsorge für den letzten Weg

Bis 2003 gab es Sterbegeld von der gesetzlichen Krankenversicherung. Zuletzt betrug es noch 525 Euro. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn das Geld langt heute nicht mal mehr für eine Urne. Die Versicherungsaufsicht prüft regelmäßig die sogenannten gewöhnlichen Beerdigungskosten und kommt dabei aktuell auf 8.000 Euro. Weil nicht jeder so viel Geld auf dem Konto hat, aber seine Erben nicht belasten will, macht eine Sterbeversicherung durchaus Sinn.

Absicherung biometrischer Risiken

Zeiten niedriger Zinsen sind für Lebensversicherer problematisch. Ihre Produkte werden als unrentabel dargestellt. Eigentlich haben sie nur mit denselben Schwierigkeiten zu kämpfen wie die Banken, die für risikolose Anlageformen fast keine Zinsen mehr zahlen, sogar Strafzinsen verlangen. Versicherungsunternehmen besinnen sich deshalb wieder auf ihre Kernkompetenz, nämlich die Absicherung sogenannter biometrischer Risiken. Das sind Risiken, die mit dem Leben des Menschen zu tun haben. Während Sie mit einer Rentenversicherung für ein besonders langes Leben vorsorgen, wird mit der Sterbeversicherung das Risiko eines unerwartet frühen Todes abgesichert. Die Kalkulation des Beitrags richtet sich nach dem Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn und meist auch nach dem Gesundheitszustand.

Sparbeitrag mit garantierter Verzinsung

Im Grunde ist die Sterbeversicherung wie ein Sparbuch, auf das Sie regelmäßig einzahlen, um für die Beerdigungskosten vorzusorgen. Nur mit dem Unterschied, dass die volle Summe im Todesfall auch dann zur Verfügung steht, wenn auf dem Sparbuch noch gar nicht genug Geld vorhanden ist. Der Versicherer teilt den Beitrag intern in drei Bestandteile auf: Der größte Anteil entfällt auf den Sparbeitrag, aus dem das Deckungskapital für Ihren Vertrag gebildet wird. Ein weiterer Bestandteil, der Risikobeitrag, dient der Finanzierung der frühen Todesfälle. Und schließlich fließt noch ein wenig Geld in die Verwaltungskosten. Der Sparanteil wird mit dem gesetzlich festgelegten Höchstrechnungszins verzinst. Derzeit (Stand 2020) sind das 0,9 %. Für eine sichere Geldanlage ist das sehr viel mehr, als es bei einer Bank auf Spareinlagen oder Tagesgeldergibt. Außerdem wird der Zins bei Vertragsabschluss für die gesamte Dauer des Vertrags festgeschrieben. Sollte der Höchstrechnungszins sinken, betrifft das nur neue Verträge. Und wenn das Zinsniveau wieder steigt, erhalten Sie eine Gewinnbeteiligung aus den Kapitalanlagen des Versicherers. Alternativ zu laufenden Beiträgen kann eine Sterbeversicherung auch gegen einen Einmalbeitrag abgeschlossen werden, der dann entsprechend verzinst wird.

Sterben und Steuern zahlen

Vieles im Leben können Sie selbst entscheiden, nur dem Tod und dem Finanzamt werden Sie nicht entgehen, sagt ein Sprichwort. Immerhin lassen sich aber die Beiträge für eine Sterbeversicherung oft als Sonderausgaben von der Einkommensteuer absetzen. Ob das möglich ist, hängt von der genauen Vertragsgestaltung und Ihren Einkommensverhältnissen ab. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Versicherer oder einem Steuerberater.